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Die Wärmeplanung in Brandenburg an der Havel: Wo stehen wir heute?

Die kommunale Wärmeplanung für Brandenburg an der Havel ist einen wichtigen Schritt weiter: Die Bestandsanalyse und die Potenzialanalyse sind abgeschlossen. Auf dieser Grundlage werden nun verschiedene Szenarien für die künftige Wärmeversorgung entwickelt.

Was zeigt die Bestandsanalyse?

Die kommunale Wärmeplanung beginnt mit einem Blick auf die Wärmeversorgung n Brandenburg an der Havel heute. Die Bestandsanalyse untersucht daher, welche Energieträger genutzt werden, wie hoch der Wärmebedarf ist und welche Gebäudestrukturen die Stadt prägen.

Die Ergebnisse zeigen: Erdgas ist derzeit mit rund 74 Prozent der wichtigste Energieträger für Heizung und Warmwasser. Insgesamt werden in Brandenburg an der Havel rund 15.000 Gebäude beheizt, davon sind etwa 81 Prozent Wohngebäude. Mehr als die Hälfte aller Gebäude wurde vor 1966 errichtet und stammt damit aus einer Zeit, in der die Anforderungen an die Energieeffizienz deutlich geringer waren als heute. Trotzdem zeigt die Analyse, dass der Gebäudebestand in Brandenburg an der Havel energetisch gut aufgestellt ist. Die Wärmeverbräuche liegen im Mittel unter dem Bundesdurchschnitt. Bereits heute leisten Wärmenetze einen wichtigen Beitrag zur Wärmeversorgung und decken außerhalb der Industrie rund 20 Prozent des Wärmebedarfs.

Diese Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte der kommunalen Wärmeplanung und die Entwicklung möglicher Versorgungslösungen für die Zukunft.

Hier gehts zu den Ergebnissen der Bestands-Analyse:

Welche Potenziale wurden untersucht?

Für die Potenzialanalyse wurden verschiedene erneuerbare Wärmequellen und Abwärmepotenziale untersucht. Dazu zählen unter anderem Solarthermie, Photovoltaik, Gewässerwärme, industrielle Abwärme, Abwasserwärme, Biomasse, Windenergie sowie Geothermie. Die Analyse zeigt, dass in Brandenburg an der Havel grundsätzlich verschiedene Potenziale für eine klimafreundliche Wärmeversorgung vorhanden sind.

Die ausgewiesenen Potenziale stellen jedoch zunächst theoretische Werte dar. Sie berücksichtigen beispielsweise noch nicht die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit, konkurrierende Flächennutzungen, Umwelt- und Naturschutzauflagen oder konkrete Anforderungen vor Ort. Welche Potenziale tatsächlich genutzt werden können und sinnvoll sind, wird daher in den nächsten Schritten untersucht.

Hier gehts zu den Ergebnissen der Potenzial-Analyse:

Nächster Schritt: Simulation der Szenarien

Mit den Ergebnissen der bisherigen Analysen wird im nächsten Schritt ein digitaler Zwilling der Wärmeversorgung in Brandenburg an der Havel erstellt. Dieses digitale Abbild ermöglicht es, verschiedene Entwicklungspfade für die Wärmeversorgung der Stadt zu simulieren und miteinander zu vergleichen.

Dabei kann beispielsweise untersucht werden, wie sich der Ausbau von Wärmenetzen, der Einsatz von Wärmepumpen oder die Nutzung erneuerbarer Energiequellen auf die zukünftige Wärmeversorgung auswirken würden. So wird sichtbar, welche Lösungen technisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und langfristig geeignet sind.

Die Simulation hilft dabei, technische Möglichkeiten, Energiebedarfe, verfügbare Potenziale sowie wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen zu bewerten. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung eines Zielszenarios und konkreter Maßnahmen, mit denen eine sichere, wirtschaftliche und klimafreundliche Wärmeversorgung in Brandenburg an der Havel erreicht werden kann.